Ich richtete mich auf, ihm näher zu kommen; da wich er einen Schritt hinter sich, neigte sein Haupt zur Seite und hub an mit seinen kleinen Augen mich von Kopf zu Füßen zu messen und hinwieder, indem er dabei eine seiner Hände über die Stirn legte.
»Ah«, rief er dabei, »so ein stattlicher Junker,
schlank und gerade – so fest im Gang, so zierlich in den Hüften, so breit in den Schultern, so stolzen Hauptes!« Und er schnalzte mit seinen dicken Lippen. »Ho, ho! So wahr ich Klingsohr heiße: Ihr werdet ein wackerer Ritter und bald noch andere Kränzlein davon tragen, die Euch kein Gernsteiner herunterreißen soll – ein Prahler, Junker! nichts weiter – ah! und schöne Frauen und edle (dabei blinzelte er mich an und schlug sich vergnügt auf die feiste Lende) – schöne und edle Frauen werden Euch die Kränzlein aufsetzen, vor welchen immer es Euch geliebt hohe Ehren zu erjagen.«
Ich achtete seines Geschwätzes nicht, darin ich keinen Sinn erfand, auch nicht eines Haares breit, und fragte nur, immer noch des Wunderns voll, wie er hier hereingekommen wäre.
»Rathet, Junker!« gab er zur Antwort. »Wem dank’ ich’s wohl? – Daß Ihr’s wißt: meiner Kunst, der Magie, der weißen oder schwarzen, gleichviel!
Sie füllt Topf und Tiegel,
das wißt Ihr schon,
Aber sie sprengt Schloß und Riegel,
das erfahrt Ihr jetzt. – Mein Gesell, der Tannhäuser – er versteht sein’ Sach’ ausbündig, nicht? – der hätt’ sich hierhinein und durch die Thüren nicht gefiedelt und nicht gesungen, beharrt’ er gleich bei seiner Musica bis zum jüngsten Tage. Aber die Magie ist in solchem Handel, wie der Eurige, eine wundertreffliche Kunst, wer ihrer wohl kann. Seht, Junker, wir machten uns an die beiden Alten im Stüblein überm Thor. Nu, man wird gewitzigt und lernt, wie das anzufangen! ’S war just nicht leicht, Junker! Denn die magische Kunst, die bei dem Alten taugte, ihm die
Augen zufallen zu machen, verfieng bei seiner Hex nichts mit dem scharfen Gehör, und so hinwieder.