Bleichschimmender Stern aus weitem Reich
Wiegt golden sich spiegelnd im dämmrigen Teich
Die Luft ist warm und von Blüthenduft trunken.
Im steilen Gras, in Blumen versunken,
Ruhn still zwei Menschen Hand in Hand
Und träumen von einem Wunderland.
Die Nachtigall singt das Hochzeitslied,
Ein Falter von Blume zu Blume zieht,
Glühwürmchen leuchten zu Füssen, –
Die Blumen nicken und grüssen.

Der Frühling tobte aus sein glänzend Blumenfest;
Der Sommer ging, die Schwalbe liess ihr Nest.
Da kam der Herbst und mit ihm kam der Tod,
Der eisig alle Blumen knickte,
Und mit ihm kam auch unsre Trennungsnot:
Der harte Zwang, der mich in's Leben schickte.

Wir sassen still in Deiner kleinen Kammer;
Tief bücktest Du Dich auf die Arbeit nieder
Und tiefer sank Dein Kopf Dir auf das Mieder.
– Wer kennt den hoffnungslosen Jammer
Wenn Menschen, die sich ewig lieb,
Der Kampf des Lebens auseinander trieb.