Käthchen (hält ihre Schürze vor die Augen). Ja, ja, es soll geschehn.

Der Graf vom Strahl. Jedoch recht schön; hörst du? Schlicht aber
prächtig! Recht, wies Natur und Weis in dir erheischt. Man wird dir
Perlen und Smaragden reichen; Gern möcht ich daß du alle Fraun im
Schloß, Selbst noch die Kunigunde überstrahlst.—Was weinst du?

Käthchen.—Ich weiß nicht, mein verehrter Herr. Es ist ins Aug mir was gekommen.

Der Graf vom Strahl. Ins Auge? Wo?

(Er küßt ihr die Tränen aus den Augen.) Nun komm nur fort. Es wird sich schon erhellen.

(Er führt sie ab.)

Szene: Schloßplatz, zur Rechten, im Vordergrund, ein Portal. Zur
Linken, mehr in der Tiefe, das Schloß, mit einer Rampe. Im
Hintergrund die Kirche.

Dreizehnter Auftritt

Marsch. Ein Aufzug. Ein Herold eröffnet ihn; darauf Trabanten. Ein Baldachin von vier Mohren getragen. In der Mitte des Schloßplatzes stehen der Kaiser, der Graf vom Strahl, Theobald, Graf Otto von der Flühe, der Rheingraf vom Stein, der Burggraf von Freiburg und das übrige Gefolge des Kaisers und empfangen den Baldachin. Unter dem Portal, rechts Fräulein Kunigunde von Thurneck im Brautschmuck, mit ihren Tanten und Vettern, um sich dem Zuge anzuschließen. Im Hintergrunde Volk, worunter Flammberg, Gottschalk, Rosalie usw.

Der Graf vom Strahl. Halt hier, mit dem Baldachin!—Herold, tue dein
Amt!