Graf Otto (ihn forschend ansehend). Es sei! Versuchts einmal, Herr
Graf, und fragt sie.
Der Graf vom Strahl (wendet sich zu Käthchen, die noch immer auf Knieen liegt). Willt den geheimsten der Gedanken mir, Kathrina, der dir irgend, faß mich wohl, Im Winkel wo des Herzens schlummert, geben?
Käthchen. Das ganze Herz, o Herr, dir, willt du es, So bist du sicher des, was darin wohnt.
Der Graf vom Strahl. Was ists, mit einem Wort, mir rund gesagt, Das dich aus deines Vaters Hause trieb? Was fesselt dich an meine Schritte an?
Käthchen. Mein hoher Herr! Da fragst du mich zuviel. Und läg ich so, wie ich vor dir jetzt liege, Vor meinem eigenen Bewußtsein da: Auf einem goldnen Richtstuhl laß es thronen, Und alle Schrecken des Gewissens ihm, In Flammenrüstungen, zur Seite stehn; So spräche jeglicher Gedanke noch, Auf das, was du gefragt: ich weiß es nicht.
Der Graf vom Strahl. Du lügst mir, Jungfrau? Willst mein Wissen täuschen? Mir, der doch das Gefühl dir ganz umstrickt; Mir, dessen Blick du da liegst, wie die Rose, Die ihren jungen Kelch dem Licht erschloß?—Was hab ich dir einmal, du weißt, getan? Was ist an Leib und Seel dir widerfahren?
Käthchen. Wo?
Der Graf vom Strahl. Da oder dort.
Käthchen. Wann?
Der Graf vom Strahl. Jüngst oder früherhin.