Gottschalk (heimlich). Die Thurneck? hört ich recht?

Flammberg (erstaunt). Bei Gott! Sie ists!

(Pause.)

Kunigunde. Es sei. Es soll mir das Gefühl, das hier In diesem Busen sich entflammt, nicht stören. Ich will nichts denken, fühlen will ich nichts, Als Unschuld, Ehre, Leben, Rettung—Schutz Vor diesem Wolf, der hier am Boden liegt.—Komm her, du lieber, goldner Knabe, du, Der mich befreit, nimm diesen Ring von mir, Es ist jetzt alles, was ich geben kann: Einst lohn ich würdiger, du junger Held, Die Tat dir, die mein Band gelöst, die mutige, Die mich vor Schmach bewahrt, die mich errettet, Die Tat, die mich zur Seligen gemacht!

(Sie wendet sich zum Grafen.) Euch, mein Gebieter—Euer nenn ich
alles, Was mein ist! Sprecht! Was habt Ihr über mich beschlossen?
In Eurer Macht bin ich; was muß geschehn? Muß ich nach Eurem
Rittersitz Euch folgen?

Der Graf vom Strahl (nicht ohne Verlegenheit). Mein Fräulein—es ist nicht eben allzuweit. Wenn Ihr ein Pferd besteigt, so könnt Ihr bei Der Gräfin, meiner Mutter, übernachten.

Kunigunde. Führt mir das Pferd vor!

Der Graf vom Strahl (nach einer Pause). Ihr vergebt mir, Wenn die
Verhältnisse, in welchen wir-Kunigunde. Nichts, nichts! Ich bitt
Euch sehr! Beschämt mich nicht! In Eure Kerker klaglos würd ich
wandern.

Der Graf vom Strahl. In meinen Kerker! Was! Ihr überzeugt Euch-Kunigunde (unterbricht ihn). Drückt mich mit Eurer Großmut nicht zu Boden!—Ich bitt um Eure Hand!

Der Graf vom Strahl. He! Fackeln! Leuchtet! (Ab.)