Eginhardt. O die verweigerte sie nicht.
Friedrich. Was! Nicht?
Eginhardt. Nein. Gott behüte! Wann hätte sie je einem Freier ihre
Hand verweigert?
Rheingraf. Aber sie hält, wenn die Glocke geht, nicht Wort?
Eginhardt. Danach habt Ihr mich nicht gefragt.
Rheingraf. Wie beantwortete sie den Brief?
Eginhardt. Sie sei so gerührt, daß ihre Augen, wie zwei Quellen, niederträufelten, und ihre Schrift ertränkten;—die Sprache, an die sie sich wenden müsse, ihr Gefühl auszudrücken, sei ein Bettler.—Er habe, auch ohne dieses Opfer, ein ewiges Recht an ihre Dankbarkeit, und es sei, wie mit einem Diamanten, in ihre Brust geschrieben;—kurz, einen Brief voll doppelsinniger Fratzen, der, wie der Schillertaft, zwei Farben spielt, und weder ja sagt, noch nein.
Rheingraf. Nun, Freunde; ihre Zauberei geht, mit diesem Kunststück zu Grabe! Mich betrog sie, und keinen mehr; die Reihe derer, die sie am Narrenseil geführt hat, schließt mit mir ab.—Wo sind die beiden reitenden Boten?
Friedrich (in die Tür rufend). He!
Vierter Auftritt