Prothoe. Prothoe
Bin ich, die dich so zärtlich liebt.
Penthesilea. (streichelt sanft ihre Wange)
Prothoe. O du,
Vor der mein Herz auf Knien niederfällt,
Wie rührst du mich!
(sie küßt die Hand der Königinn)
—Du bist wohl sehr ermüdet?
Ach, wie man dir dein Handwerk ansieht, Liebe!
Nun freilich—Siegen geht so rein nicht ab,
Und jede Werkstatt kleidet ihren Meister.
Doch wie, wenn du dich jetzo reinigtest,
Händ' und Gesicht?—Soll ich dir Wasser schaffen?
—Geliebte Königinn!
Penthesilea. (sie besieht sich und nickt)
Prothoe. Nun ja. Sie will's.
(sie winkt den Amazonen; diese gehen Wasser zu schöpfen)
—Das wird dir wohlthun, das wird dich erquicken,
Und sanft, auf kühle Teppiche gestreckt,
Von schwerer Tagesarbeit wirst du ruhn.
Die erste Priesterinn.
Wenn man mit Wasser sie besprengt, gebt Acht,
Besinnt sie sich.
Die Oberpriesterinn.
O ganz gewiß, das hoff' ich.
Prothoe.
Du hoffst's, hochheil'ge Priesterinn?—Ich fürcht' es.
Die Oberpriesterinn. (indem sie zu überlegen scheint)
Warum? Weshalb?—Es ist nur nicht zu wagen,
Sonst müßte man die Leiche des Achills—
Penthesilea. (blickt die Oberpriesterinn blitzend an)