Die Oberpriesterinn. Meine Königinn!

Meroe.
Zehntausend Herzen theilen deinen Schmerz!

Die Oberpriesterinn.
Erhebe dich!

Penthesilea. (halb aufgerichtet)
Ach, diese blut'gen Rosen!
Ach, dieser Kranz von Wunden um sein Haupt!
Ach, wie die Knospen, frischen Grabduft streuend,
Zum Fest für die Gewürme, niedergehn!

Prothoe. (mit Zärtlichkeit)
Und doch war es die Liebe, die ihn kränzte?

Meroe.
Nur allzufest—!

Prothoe. Und mit der Rose Dornen,
In der Beeif'rung, daß es ewig sei!

Die Oberpriesterinn.
Entferne dich!

Penthesilea. Das aber will ich wissen,
Wer mir so gottlos neben hat gebuhlt!—
Ich frage nicht, wer den Lebendigen
Erschlug; bei unsern ewig hehren Göttern!
Frei, wie ein Vogel, geht er von mir weg.
Wer mir den Todten tödtete, frag' ich,
Und darauf gieb mir Antwort, Prothoe.

Prothoe.
Wie, meine Herrscherinn?