Penthesilea.
Was! Ich? Ich hätt' ihn—? Unter meinen Hunden—?
Mit diesen kleinen Händen hätt' ich ihn—?
Und dieser Mund hier, den die Liebe schwellt—?
Ach, zu ganz anderm Dienst gemacht, als ihn—!
Die hätten, lustig stets einander helfend,
Mund jetzt und Hand, und Hand und wieder Mund—?
Prothoe.
O Königinn!
Die Oberpriesterinn.
Ich rufe Wehe! dir.
Penthesilea.
Nein, hört, davon nicht überzeugt ihr mich.
Und stünd's mit Blitzen in die Nacht geschrieben,
Und rief es mir des Donners Stimme zu,
So rief ich doch noch beiden zu: ihr lügt!
Meroe.
Laß ihn, wie Berge, diesen Glauben stehn;
Wir sind es nicht, die ihn erschüttern werden.
Penthesilea.
—Wie kam es denn, daß er sich nicht gewehrt?
Die Oberpriesterinn.
Er liebte dich, Unseeligste! Gefangen
Wollt' er sich dir ergeben, darum naht' er!
Darum zum Kampfe fordert' er dich auf!
Die Brust voll süssen Friedens kam er her,
Um dir zum Tempel Artemis zu folgen.
Doch du—
Penthesilea. So, so—
Die Oberpriesterinn. Du trafst ihn—
Penthesilea. Ich zerriß ihn.