Penthesilea.
Ist's meine Schuld, daß ich im Feld der Schlacht
Um sein Gefühl mich kämpfend muß bewerben?
Was will ich denn, wenn ich das Schwerdt ihm zücke?
Will ich ihn denn zum Orkus niederschleudern?
Ich will ihn ja, ihr ew'gen Götter, nur
An diese Brust will ich ihn niederziehn!

Prothoe.
Sie ras't—

Die Oberpriesterinn.
Unglückliche!

Prothoe. Sie ist von Sinnen!

Die Oberpriesterinn.
Sie denkt nichts, als den Einen nur.

Prothoe. Der Sturz
Hat völlig ums Bewußtsein sie gebracht.

Penthesilea (mit erzwungener Fassung)
Gut. Wie ihr wollt. Sei's drum. Ich will mich fassen.
Dies Herz, weil es sein muß, bezwingen will ich's,
Und thun mit Grazie, was die Noth erheischt.
Recht habt ihr auch. Warum auch wie ein Kind gleich,
Weil sich ein flücht'ger Wunsch mir nicht gewährt,
Mit meinen Göttern brechen? Kommt hinweg.
Das Glück, gesteh' ich, wär mir lieb gewesen;
Doch fällt es mir aus Wolken nicht herab,
Den Himmel drum erstürmen will ich nicht.
Helft mir nur fort von hier, schafft mir ein Pferd,
So will ich euch zurück zur Heimath führen.

Prothoe.
Geseegnet sei, o Herrscherinn, dreimal
Ein Wort, so würdig königlich, als dies.
Komm, alles steht zur Flucht bereit—

Penthesilea (da sie die Rosenkränze in der Kinder Händen
erblickt, mit plötzlich aufflammendem Gesicht)
Ha, sieh!
Wer gab Befehl, die Rosen einzupflücken?

Das erste Mädchen.
Das fragst du noch, Vergeßene? Wer sonst,
Als nur—