Achilles. (zu ihren Füssen)
Wie Blumen Sonnenschein.
Penthesilea. Gut, gut gesagt!
So sieh mich auch wie deine Sonne an.
Diana, meine Herrscherinn, er ist
Verletzt!
Achilles.
Geritzt am Arm, du siehst, nichts weiter.
Penthesilea.
Ich bitte dich, Pelide, glaube nicht,
Daß ich jemals nach deinem Leben zielte.
Zwar gern mit diesem Arm hier traf ich dich;
Doch als du niedersankst, beneidete,
Hier diese Brust den Staub, der dich empfieng.
Achilles.
Wenn du mich liebst, so sprichst du nicht davon.
Du siehst es heilt schon.
Penthesilea. So verzeihst du mir?
Achilles.
Von ganzem Herzen.—
Penthesilea. Jetzt—kannst du mir sagen,
Wie es die Liebe macht, der Flügelknabe,
Wenn sie den störr'gen Leun in Fesseln schlägt?
Achilles.
Sie streichelt, denk' ich, seine rauhen Wangen,
So hält er still.
Penthesilea. Nun denn, so wirst du dich
Nicht mehr als eine junge Taube regen,
Um deren Hals ein Mädchen Schlingen legt.
Denn die Gefühle dieser Brust, o Jüngling,
Wie Hände sind sie, und sie streicheln dich.
(sie umschlingt ihn mit Kränzen)