Hohenzollern.
Ach, die Ramin! Was! Die, mit roten Haaren!—
Die Platen, mit den schelmschen Veilchenaugen!
Die, weiß man, die gefällt dir.
Der Prinz von Homburg. Die gefällt mir.—
Hohenzollern.
Nun, und die, sagst du, reichte dir den Kranz?
Der Prinz von Homburg.
Hoch auf, gleich einem Genius des Ruhms,
Hebt sie den Kranz, an dem die Kette schwankte,
Als ob sie einen Helden krönen wollte.
Ich streck, in unaussprechlicher Bewegung,
Die Hände streck ich aus, ihn zu ergreifen:
Zu Füßen will ich vor ihr niedersinken.
Doch, wie der Duft, der über Täler schwebt,
Vor eines Windes frischem Hauch zerstiebt,
Weicht mir die Schar, die Ramp' ersteigend, aus.
Die Rampe dehnt sich, da ich sie betret
Endlos, bis an das Tor des Himmels aus,
Ich greife rechts, ich greife links umher,
Der Teuren einen ängstlich zu erhaschen.
Umsonst! Des Schlosses Tor geht plötzlich auf;
Ein Blitz der aus dem Innern zuckt, verschlingt sie,
Das Tor fügt rasselnd wieder sich zusammen,
Nur einen Handschuh, heftig, im Verfolgen,
Streif ich der süßen Traumgestalt vom Arm:
Und einen Handschuh, ihr allmächtgen Götter,
Da ich erwache, halt ich in der Hand!
Hohenzollern.
Bei meinem Eid!—Und nun meinst du, der Handschuh,
Der sei der ihre?
Der Prinz von Homburg.
Wessen?
Hohenzollern. Nun, der Platen!
Der Prinz von Homburg.
Der Platen. Wirklich. Oder der Ramin.—
Hohenzollern (lacht).
Schelm, der du bist, mit deinen Visionen!
Wer weiß von welcher Schäferstunde, traun,
Mit Fleisch und Bein hier wachend zugebracht,
Dir noch der Handschuh in den Händen klebt!
Der Prinz von Homburg.
Was! Mir? Bei meiner Liebe—!