(Sie zieht ihre Hand zurück.)

Der Prinz von Homburg. O Natalie!
(Er hält einen Augenblick inne.)
Wie denkt Ihr über Eure Zukunft jetzt?

Natalie.
Ja, was soll ich, nach diesem Wetterschlag,
Der unter mir den Grund zerreißt, beginnen?
Mir ruht der Vater, mir die teure Mutter,
Im Grab zu Amsterdam; in Schutt und Asche
Liegt Dortrecht, meines Hauses Erbe, da;
Gedrängt von Spaniens Tyrannenheeren,
Weiß Moritz kaum, mein Vetter von Oranien,
Wo er die eignen Kinder retten soll:
Und jetzt sinkt mir die letzte Stütze nieder,
Die meines Glückes Rebe aufrecht hielt.
Ich ward zum zweitenmale heut verwaist.

Der Prinz von Homburg (schlägt einen Arm um ihren Leib).
O meine Freundin! Wäre diese Stunde
Der Trauer nicht geweiht, so wollt ich sagen:
Schlingt Eure Zweige hier um diese Brust,
Um sie, die schon seit Jahren, einsam blühend,
Nach eurer Glocken holden Duft sich sehnt!

Natalie.
Mein lieber, guter Vetter!

Der Prinz von Homburg.—Wollt Ihr? Wollt Ihr?

Natalie.
—Wenn ich ins innre Mark ihr wachsen darf?

(Sie legt sich an seine Brust.)

Der Prinz von Homburg.
Wie? Was war das?

Natalie. Hinweg!