Graf Truchß.
Das können Reuter dir bekräftigen,
Die mirs versichert, vor Beginn der Schlacht.
Der Prinz hat mit dem Pferd sich überschlagen,
Man hat verwundet schwer, an Haupt und Schenkeln,
In einer Kirche ihn verbinden sehn.
Der Kurfürst.
Gleichviel. Der Sieg ist glänzend dieses Tages,
Und vor dem Altar morgen dank ich Gott.
Doch wär er zehnmal größer, das entschuldigt
Den nicht, durch den der Zufall mir ihn schenkt:
Mehr Schlachten noch, als die, hab ich zu kämpfen,
Und will, daß dem Gesetz Gehorsam sei.
Wers immer war, der sie zur Schlacht geführt,
Ich wiederhols, hat seinen Kopf verwirkt,
Und vor ein Kriegsrecht hiemit lad ich ihn.
—Folgt, meine Freunde, in die Kirche mir!
Zehnter Auftritt
Der Prinz von Homburg, drei schwedische Fahnen in der Hand,
Obrist Kottwitz, mit deren zwei, Graf Hohenzollern, Rittmeister
Golz, Graf Reuß, jeder mit einer Fahne, mehrere andere
Offiziere, Korporale und Reuter, mit Fahnen, Pauken und
Standarten, treten auf.
Feldmarschall Dörfling (so wie er den Prinzen erblickt).
Der Prinz von Homburg!—Truchß! Was machtet Ihr?
Der Kurfürst (stutzt).
Wo kommt Ihr her, Prinz?
Der Prinz von Homburg (einige Schritte vorschreitend).
Von Fehrbellin, mein Kurfürst,
Und bringe diese Siegstrophäen dir.
(Er legt die drei Fahnen vor ihm nieder; die Offiziere,
Korporale und Reuter folgen, jeder mit der ihrigen.)
Der Kurfürst (betroffen).
Du bist verwundet, hör ich, und gefährlich?
—Graf Truchß!
Der Prinz von Homburg (heiter).
Vergib!