Der Prinz von Homburg.
Mein teures Fräulein!
Natalie. Lieber, guter Vetter!
Der Prinz von Homburg (führt sie vor).
Nun sagt, was bringt Ihr? Sprecht! Wie stehts mit mir?
Natalie.
Gut. Alles gut. Wie ich vorher Euch sagte,
Begnadigt seid Ihr, frei; hier ist ein Brief,
Von seiner Hand, der es bekräftiget.
Der Prinz von Homburg.
Es ist nicht möglich! Nein! Es ist ein Traum!
Natalie.
Lest, lest den Brief! So werdet Ihrs erfahren.
Der Prinz von Homburg (liest).
"Mein Prinz von Homburg, als ich Euch gefangen setzte,
Um Eures Angriffs, allzufrüh vollbracht,—
Da glaubt ich nichts, als meine Pflicht zu tun;
Auf Euren eignen Beifall rechnet ich.
Meint Ihr, ein Unrecht sei Euch widerfahren,
So bitt ich, sagts mir mit zwei Worten—
Und gleich den Degen schick ich Euch zurück."
(Natalie erblaßt. Pause. Der Prinz sieht sie fragend an.)
Natalie (mit dem Ausdruck plötzlicher Freude).
Nun denn, da stehts! Zwei Worte nur bedarfs—!
O lieber süßer Freund! (Sie drückt seine Hand.)
Der Prinz von Homburg.
Mein teures Fräulein!