Parozzi. (erstaunt und froh) Falieri, bist du toll — der Kardinal Grimaldi?

Falieri. Und er hängt an uns mit Leib und Seele. Freilich, ich habe ihm viel von unsern edeln Absichten, von unserm Patriotismus, von unsrer Freiheitsliebe vorneindbeuteln müssen, aber Grimaldi — ist ein Pfaffe, das heißt, ein Gauner! und so taugt er für uns.

Contarino. (reicht dem Falieri die Hand) Bravo, — Herr Bruder, wir spielen den Katilina zu Venedig! — Was mich betrifft, so hab auch ich gehandelt. Zwar hab ich für uns noch keinen großen Fang gethan, aber doch besizze ich ein großes allmächtiges Nez, womit ich den besten Theil Venedigs zu unsern Plänen zusammenfischen werde. — Ihr kennt doch die Markise Almeria?

Parozzi. Hält nicht jeder von uns eine Liste der Venetianerinnen, und wir sollten No. I vergessen haben?

Falieri. Almeria und Rosamunde, die Losung aller Venetianer.

Contarino. Almeria ist mein.

Falieri. Was?

Memmo. (durch die Zähne) Pest!

Parozzi. Almeria?

Contarino. Nun, gafft ihr mich nicht an, als weissagt ich euch den Einsturz des Himmels? — Kurz, ich bin Almeriens Favorit, und mit ihr aufs innigste vertraut. Aber unsre Liebschaft wird verdekt gehalten; was ich will, will auch sie, und wie sie pfeift, so tanzt Venedigs halber Adel.