Parozzi. Contarino, du bist unser Meister.
Contarino. Und nun ahndet ihr doch nicht, welche Macht ich in den Händen habe?
Parozzi. Ich schäme mich vor euch, denn noch hab ich nichts gethan. Wär’ Rosamunde ermordet: so würd’ ich, wenigstens euch vorlügen können, daß ich sie für mein Geld habe in den Himmel bringen lassen, damit Gritti den Hamen verlöre, womit er Venedigs erste Männer an sich gefangen hält. Lebt Rosamunde nicht mehr: so verliert Gritti allen Reiz; die glänzendsten Häuser werden von ihm ablassen, wenn ihre Hofnung zu Grabe geht, sich mit dem Gritti durch Rosamundens Verheurathung zu verbinden. Sie erbt einmahl vom Dogen.
Memmo. Und damit ich eurer würdig sei, will ich — Geld schaffen. Mein alter, grämlicher Oheim hinterläßt mir dem Universalerben volle Kisten — und der alte Filz, kann ja sterben, wenns mir gefällt.
Falieri. Er hätte längst sterben können.
Memmo. Ich war nur zu ängstlich — wahrhaftig Leutchen, ihr glaubts nicht, ich bin zuweilen so hypochondrisch, daß es mir ist, als hätt’ ich Gewissensbisse.
Contarino. Freund, nimm einen guten Rath an. — Geh ins Kloster!
Memmo. He, he, he, he!
Falieri. Wir müssen die alten Freunde, — Matteo’s Gesellschaft aufsuchen; die Gauner lassen sich jezt nirgends wittern.
Parozzi. Und vor allen Dingen muß das Kleeblatt des Dogen verdorren oder abgerissen werden.