Rosamunde. Ich bin ermüdet, und jezt fesselt mich noch die Neugier, den hochgepriesenen Flodoard zu sehn. — Ach, lieber Oheim, mir deucht, ich kenne ihn schon. Unter allen Masken zeichnet sich vorzüglich eine griechische aus, und zeichnet sich so aus, daß man sie mit dem flüchtigsten Blik unter tausenden erkennt. Eine schlanke, große Gestalt, in jeder Bewegung so angenehm, — und tanzt so treflich.
Gritti. (lächelnd mit dem Finger drohend) Nichte! Nichte!
Rosamunde. O, fürwahr, lieber Oheim ich lüge nicht — aber doch kann es sein, daß der florentinische Flodoard und der Grieche zwei Personen — — seht, Oheim, seht dort hinunter, da, da steht der Grieche!
Gritti. Und Canari neben ihm. — Sie kommen! Nun, du bist im Errathen glüklich — —
Der Doge hatte kaum seine Worte vollendet, als der alte Canari hereintrath, einen schlanken Griechen an seiner Hand führend.
„Seht hier den Grafen Flodoard, der um eure Gnade bittet!“ sagte Canari, und Flodoard entblößte ehrerbietig sein Haupte, zog die Larve vom Gesicht und verneigte sich tief vor Venedigs großen Dogen.
Gritti. Ihr wollet in die Dienste unsrer Republik treten?
Flodoard. Wenn. Ew. Durchlaucht mich für dieselben würdig finden.
Gritti. Canari versprach mir viel Gutes von euch. Warum hat euch euer Vaterland nicht behalten?
Flodoard. Weil dort kein Gritti lebt.