„„Herr Graf, Florenz ist eure Vaterstadt? in Venedig haßt man Galanterien dieser Art. Wenigstens haß ich sie, und von euch wünsch ich sie am wenigsten zu hören.““ Sagte Rosamunde.
„Nein, Fräulein, so wahr ich lebe, hier lauschte hinter den Worten keine Schmeichelei.“
„„Dort tritt der Doge in den Saal — Canari und Sylvio neben ihm, er wird uns im Tanze vermuthen. Kommt zu den Tänzern!““
Flodoard folgte ihr schweigend. Der Tanz begann. — Himmel, wie schön war Rosamunde, wenn sie um Flodoarden nach den süssen Akzenten der Musik hinschwebte — wie schön war Flodoard, wenn er durch die unabsehbare Reihe der Tanzenden hinflog, und sein Auge Rosamunden suchte! Er war entlarvt noch und baarhäuptig, aber jedes Auge glitschte ab von den Federhüten und Helmen, und hin zu dem wilden hochfliegenden schwarzen Haargekräusel des schönen Flodoard. — Im Saal erhob sich ein Geflüster; die Tänzerinnen vergaßen ihre Touren, und die Herzen ihren gewöhnlichen Takt.
Zweites Kapitel.
Flodoard.
Einige Abende nachher sas Parozzi mit dem Memmo und Falieri auf seinem Zimmer, trübe leuchteten die Kerzen, trübe und stürmisch wars draußen am Himmel und düster wars in der Seele dieser Wüstlinge.
Parozzi. (nach einer langen Stille) Seid ihr eingeschlafen? He, Falieri, Memmo, trinkt doch.
Falieri. Dein Wein schmekt mir heut wie Galle.
Parozzi. Die verdammten Schurken!