Flodoard nahm Rosamundens Hand und führte sie in den Saal der Tänzer. Hier drehte, hier schwang sich alles nach den Harmonien des rauschenden Orchesters in lieblichen Gruppen beim Schimmer der brennenden Kerzen. Aber Flodoard gieng bebend und bebend Rosamunde an Flodoards Hand vor den Reihen der Tänzer vorüber — sie verloren sich bis zum fernsten Ende des herzoglichen Saals und blieben sprachlos an einem Fenster stehn, und sahn sich an, und sahn zu den Tänzern, und dann zum Mond hin und vergaßen sich und Tänzer und Mond und waren jeder allein mit sich beschäftigt.
„Fräulein, sagte Flodoard endlich nach langem Stillschweigen: das heiß ich unglüklich sein!“
„„Unglüklich? Ich verstehe euch nicht, Herr Graf, wer ist denn unglüklich?““ entgegnete die schöne Rosamunde, und sah dem Jüngling ins Auge, und lächelte sanft.
„Der, der in Elysium hineintritt und mit allem fremd ist; der, dem da dürstet, und den Pokal vor sich sieht, welcher nicht für ihn gefüllt ist.“
„„Seid ihr der Fremdling in Elysium etwa, oder der Dürstige neben dem Pokal, der nicht für ihn gefüllt ist? Es scheint, als wolltet ihr, daß ich eure Worte so verstände.““
„Ihr habt es verstanden, schöne Rosamunde. Und, sagt, bin ich nicht recht sehr unglüklich?“
„„Wo ist denn das Elysium, in welchem ihr fremd wäret?““
„Um Rosamunden ist Elysium.“
Rosamunde schlug die Augen nieder.
„Seid ihr böse? hat euch diese Offenherzigkeit gekränkt?“ fuhr Flodoard schnell fort, und zog schüchtern ihre schöne Hand an sich. —