Der Doge trat langsam in die Mitte der Versammlung. Jedes Auge wandte sich zu ihm. Hoch schlug den Verschwornen das Herz.

„Wundert euch nicht, meine Lieben, über jene seltsamen Anstalten!“ redete Andreas Gritti, Venedigs Herzog, sie an: „Es hat nichts zu bedeuten, was dem Vergnügen dieser Gesellschaft gefährlich sein könnte. Euch allen wird der Bandit Abaellino bekannt sein, der Mörder des braven Prokurator Sylvio und meiner getreuen Räthe Kanari und Dandoli. Dieser, vor welchem jeder rechtschaffne Republikaner zittern muß, dem nichts heilig und ehrwürdig heißt, der allen Troz bietet, die ihm drohen, — dieser höllische Auswurf wird vielleicht binnen einer Stunde in diesem Saale vor unsern Augen erscheinen!“

Alle. (erstaunt) Abaellino? Abaellino?

Grimaldi. Freiwillig?

Gritti. Nein, freiwillig in der That nicht. Aber Flodoard von Florenz hat gelobt unsrer Republik diesen wichtigen Dienst mit Gefahr seines Lebens zu leisten, es koste was es wolle, den Abaellino zu fangen, und hieher zu bringen.

Einer der Beisizzer des Zehengerichts. Viel, unendlich viel gelobt!

Ein andrer. Ich zweifle an der Vollführung des Gelübdes!

Ein dritter. Aber bei Gott, Flodoard machte sich uns die Republik zu großen Schuldnern.

Ein Vierter. Wahrhaftig, wie soll der Staat dem Flodoard vergelten.

Gritti. Die Vergeltung übernehm ich allein. Flodoard hat um die Hand meiner Nichte angehalten — ich gebe sie ihm.