Badner. (mit treuherziger Miene) Ho, ho!

Pr. Moriz. Du darfst dies Wasser nur unter seinen Wein, oder in eine Suppe schütten. In ein, zwei, drei Wochen keucht das Junkerchen seinen zukkersüssen Geist von sich, und Du empfängst noch funfzig Louisd’ors von mir. Funfzig hältst Du jezt schon der Hand.

Badner. (schreibt) Ew. Hoheit erlauben mir aber bei Ihnen Dienste zu nehmen?

Pr. Moriz. Nicht anders; so bald der Graf das Wasser verschlukt hat, meldest du dich wieder. (er reicht ihm das Fläschgen) Leb wohl. Mache dein Probestük als Meister; mein Sekretair sage dir das übrige.

Flimmer und Badner. (entfernen sich)

Ein Bedienter. (bringt dem Prinzen einen Brief, worauf sich derselbe wieder wegbegiebt.)

Pr. Moriz. (bricht auf und liest:)

Prinz!

Da Ihr unsre Warnungen verachtet, unsern Rath verlacht, unsre Stimme tauben Ohren schallen lasset; so rufen wirs Euch zum leztenmale zu: seid auf Eurer Hut, entgehet der Rache beizeiten, ehe sie Euch unverhoft überfällt. — Giftmischer werden auf deutschem Boden nicht geduldet, schlaget Euch zu den Banditen in Welschland! — Entfernet Euch binnen vierzehn Tagen aus dem Herzogthum, eine Stunde, so Ihr über die gegebene Frist verzögert, bringt Euch unfehlbaren Tod von dem Gericht der Euch Unbekannten.

Donner und Wetter was sollen die Mummereien? — der dritte Brief schon den mir die unbekanten Spione zuschikken und kann nicht erkunden von wem und von wannen? — Ists der Herzog selber, der in dem richterlichen Tone zu mir spricht und mir sein Land zum Aufenthalt versagt, oder ists der vermaledeite Graf? — Unmöglich, wie wußten diese um all meine Geheimnisse? — Hier ist Verrätherei! (er springt vom Ottomann auf) Hollah! ho! Flimmer!