Mit diesen Gedanken umgehend, kam der Graf zu Hause. Badner hatte alles zur Reise fertig gemacht, und folgenden Tags in aller Frühe setzte Florentin sich in die Kutsche, Badner ritte voran, so daß sie zum andern Tage gegen Sonnenuntergang die Kuppeln des Duurschen Schlosses in der Abendröthe schimmern sahen.

„Ho, ho, ho!“ — rief plözlich der Vorreuter, und wekte Florentinen aus ernsten Betrachtungen.

„Was ists?“ fragte dieser, und lehnte sich zum Flügel der Kutsche heraus. Badners vorwärtsdeutender Finger gab die Antwort.

Ein Chor Musikanten, mit blasenden Instrumenten, traten aus einem Gebüsch hervor, ihm folgten ein Trupp gepuzter Bauern und Bäuerinnen, welche lachend und tanzend den Wagen umringten. Bald darauf hörte man sie ein allgemeines, jauchzendes „Vivat!“ rufen, wozu die Waldhörner einstimmten.

„Ja, es lebe mein Neffe, der Kammerherr!“ —

„Ja es lebe Florentin, mein Bruder!“

„Es lebe lange Florentin, mein Freund!“

Froh-bestürzt sprang der Graf aus dem Wagen, Vergangenheit und Zukunft, alles war von ihm in diesem Augenblik vergessen, nur Thränen freudiger, inniger Rührung, ach, vielleicht die lezten welche er vergoß! entquollen seinen Augen — er sprang aus dem Wagen, und o! — in die Arme den Onkels, Rikchens und Holders!

„Mein Florentin! mein Florentin!“

„„Meine Lieben!““