„Was wollt Ihr von mir?“
„Sag mir um Gotteswillen sag mirs, rase ich?“
„Euern wundersamen Fragen nach zu urtheilen, könnt’ es wohl sein.“
„Ich sehe also nicht recht, höre nicht recht, fühle falsch, alle meine Sinnen hab ich verloren! — Der Zustand des Wahnsinns, hab’ ich mir sagen lassen, gehöre zu den angenehmen, bei mir aber ists nicht so. — Sag nur, wie überzeug ich mich von meiner Raserei? — Nicht wahr, Du trauerst?“
„Wie Ihr sehet. Ja.“
„Und wer ist denn Dir abgestorben?“
„Ihr thut ja so fremd, als hättet Ihr so eben erst das Licht der Welt erblikt. — Wißt Ihr denn nicht, daß die ganze Duursche Familie unglüklich geworden?“
„Bei Gott, nein, ich weis nichts. Durch wen ward sie es?“
„Durch den Stolz, Leichtsinn und die Wollust des Grafen Florentin von Duur, welcher die Prinzessin Louise, Herzog Adolfs Schwester, entehrt hat. — Der unglükliche Graf hat schwer gebüßt: er ist heimlich hingerichtet worden. Vorher aber schändete Sr. Durchlaucht aus Rache die Schwester des Grafen, einen bildschönen Engel.“
„Wehe! wehe! Gott, Erbarmer, meine Schwester!“