„Wünschen Sie das auch im Ernst?“ Holder nahm Rikchens Hand in die Seine, und drükte sie schüchtern; Sollten Sie zweifeln können?

„Nun gut, so — so will ichs sein, aber“ — —

Aber?

„Aber ich wünsche auch, daß Sie immer mir — Freund blieben.“

So wahr ein Gott über uns waltet, ja, ich werd es bleiben! — — O Fräulein — o Rikchen — doch werden Sie auch nicht böse, wenn ich Sie so vertraulich nenne?

„Wer über solchen Namen böse wird, ist gewis noch nicht gut gewesen.“

Sie lieben — lieben mich also? ist es gewis?

Rikchen erschrak bei dem Worte lieben. Ihr Onkel hatte ihr oft gesagt; Rikchen, liebe keine Mannsperson, ohne mein Vorwissen, oder du machst dich unglüklich. Freundin kannst du jedem, nur nicht jedem Geliebte sein! Dabei malte der alte Mann ihr das Ding Liebe mit so fürchterlichen Farben vor, daß das unschuldige Mädchen mit Hand und Mund gelobte, nie die Sünde der Liebe zu begehen.

„Lieben?“ stammelte sie Holdern, und wollte das Händchen zurükziehn, und konnt es nicht.

„Und — das ist Liebe?“ — — —