Rikchen. (reißt sich los von ihm und wirft sich dem Grafen um den Hals) O, bester, lieber Onkel, lassen Sie Holdern nicht, oder ich sterbe — — haben meine Bitten je bei Ihnen etwas vermogt, haben Sie je meine Thränen gerührt: so hören Sie mich izt, so — so erbarmen Sie sich Ihren Rikchens!
Der Graf. (wehmüthig stammelnd) Kind, laß mich doch —
Rikchen. Nein, nein, Ihr Rikchen wird nie ruhig werden, wird sich unter die Erde grämen, wenn es izt verstossen ist. Sie werden mich nicht lange mehr haben, gewis nicht lange! — O Holder, einziger, liebster Holder, bitten Sie doch!
Holder. Ich halt’ es nicht aus! (schließt sie in seine Arme und küßt sie) Himmlischen Mädchen, lebe wohl! — noch einmal lebe recht wohl!
Rikchen. Wollen Sie dennoch? Sie selber? —
Holder. O Gott!
Rikchen. Sie selber? ach, Sie haben mich nicht lieb gehabt — können mich nie geliebt haben!
Holder. (mit Schmerz-gebrochener Stimme) Fräulein, Sie sehen nicht in mein Herz, aber Gott sieht es! — Herr Graf, leben auch noch Sie wohl! (will ihn umarmen.)
Der Graf. (indem er Holders Hände drükt, und ihn mit nassen Augen anstarrt.) Holder, Holder: was machen Sie? warum wollen Sie von uns? Wer hat Sie beleidigt? that ichs, that ichs, thats mein gestriges Schweigen so bitt ich um Verzeihung. Sehen Sie, die Sache war zu unerwartet, und da ists doch wohl einem alten Mann, der für das Wohl seines Lieblings sorgt, leicht zu übersehen, wenn er die Begebenheit recht überlegte.
Holder. Allein, sollten Sie izt, durch des Fräuleins Thränen bis zur Schwachheit gerührt etwas einwilligen, was Sie bei kälterm Blute — —