Und — — — dieser noch ist schön;

Denn ihm verschwistert sich die traute Hofnung gerne,

Sie läßt dem Trauernden in öder Ferne

Der bessern Zukunft Paradise sehn.

Der alte Graf und seine Nichte lebten izt wieder das ehmahlige, einfache Landleben, wie es vor Florentins Ankunft und Holders Bekanntschaft war. Außerdem daß Florentin sie unterweilen einmahl besuchte, waren ihrer Freuden wenig, so wie ihrer Leiden.

Nur Florentins Leben war nicht mehr das stille, friedsame; hineingezogen in die große Welt, suchte er sich nun an alle ihre Sonderbarkeiten zu fügen; Von einem Herzoge Liebling, wagte ers seine ehmahligen, schmeichelhaften Ideale in Wirklichkeit zu sezzen. Er wünschte sich völlig gleich bleiben zu können; er sann darauf nicht sich höfisch gros zu machen, sondern große Thaten zu thun, denn an Gelegenheiten zu erhabnen Dingen ist die Zeit niemals arm. Vor allen Dingen bemühte er sich die Gnade seines Fürsten mehr zu verdienen, sich demselben immer unentbehrlicher zu machen. Es geschah. Der Herzog kettete sich täglich fester an den Grafen; Beide sah man stets beisammen; sie betrachteten sich zulezt nicht mehr, als Obrigkeit und Unterthan, sondern, als Freunde und Brüder.

Seliges Volk, dessen Fürst nicht an den Launen einer Pampadour gefesselt ist, welche mit einem wollüstigen Blik die ganze Tugend eines Landesvaters verzehren, mit einem erkünstelten Seufzer den biedern Verdienstvollen um Hab und Gut und zum Kerker bringen, durch eine buhlerische Thräne ein ganzes Land entgütern kann!

Der Herzog liebte alles, was von Florentin gethan wurde; er nahm in vielen Stükken dessen Prinzipe an und er fand sich dabei und sein Volk glüklich. — Bis izt kannte dieser Fürst den Werth deutscher Schriftsteller nur wenig, der Graf lehrte ihn denselben schätzen; in kurzer Zeit besas er eine geschmakvolle Bibliothek der vorzüglichsten deutschen Werke; sowohl Statistiker, Philosophen, als Dichter, wurden seine Lektüre. Aber nicht jene alltägliche Lektüre, welche die Langeweile einger Stunden vertreiben soll, war die des Prinzen, sondern die, sich durch gute Schriften gut zu bilden, sich aufzuklären, und denken und handeln zu lernen. Das Land empfand die wohlthätigen Folgen, welche nothwendig daraus entspringen müssen, und segnete seinen Vater.

Unterdessen der edle Graf so seine Stunden für das Wohl des Ganzen widmete; unterdessen er von tausend Zungen vergöttert wurde, nagte ein geheimer Wurm an seinem Herzen, welchen er nur zu wohl kannte, aber um seines Glükkes willen nie verrathen dürfte.

Er liebte — und wen? — —