So schwärmte das Mädchen noch ein Weilchen hin, nahm dann ein Buch und las. — In eben dem Augenblikke trat die Prinzessin Louise zur Thür herein; das Fräulein legte das Buch zur Seite, und ging ihrer Gebieterin entgegen.

Pr. Louise. Ich störe doch nicht, Auguste?

Frl. v. Gülden. Wie könnten Sie stören?

Pr. Louise. Du hast ja geweint, liebes Mädchen? — warum so schwermüthig? sehnst du Dich fort von hier nach den Landgegenden um deines Vaters Schlosse? oder bist du beleidigt worden? sprich doch!

Frl. v. Gülden. (die Thränen weglächelnd) Keines von allen. Ich habe gelesen.

Pr. Louise. So? ist denn das Buch so herzbrechend? — laß doch etwas daraus hören, ich mögte auch wohl einmal weinen.

Frl. v. Gülden. Sie werden sich — —

Pr. Louise. Nichts; nichts! ich will mich hieher sezzen am Fenster und du sollst mir etwas vorlesen. — Es kömmt darin doch auch von Liebe vor.

Frl. v. Gülden. (mit angenommenem scherzhaften Tone) Allerdings, was könnte sonst interessiren.

Pr. Louise. Ich denke auch. Also — —