Pr. Louise. Wahrheit? — lustig, liebes Mädchen, so ist es noch besser!

Frl. v. Gülden. (erstaunend) Wenn ich fragen darf, wie so?

Pr. Louise. Du, Sonderbare, wie könnte der Graf die ekelhafte Puppe lieben? Heurathen wird er sie, doch ohne Liebe; diese bleibt mir übrig! — Freue Dich!

Frl. v. Gülden. Sie sind Ihres Sieges so gewis über ihn?

Pr. Louise. Du fragst sehr beleidigend?

Frl. v. Gülden. (seufzend) Verzeihen Sie?

Pr. Louise. Warum seufzest Du? — meinst Du vielleicht daß ich zürne? nicht doch, wie könnt ich das? komm, küsse mich!

Frl. v. Gülden. (sie küssend) O, Prinzessin!

Fünftes Kapitel.
Das Strumpfband.

Es war an einem schönen Sommerabend, als die ganze herzogliche Familie in dem Schlosgarten offne Tafel hielt. Unter den anwesenden Hofleuten befand sich, wie man leicht erwartet, auch der Graf v. Duur, und das Fräulein von Gülden mit ihrer Gebieterin.