Er gab ihn. Die Hofnung regte sich wieder in ihm und lies ihn Muth fassen; doch wagte ers nicht sobald ein Wörtchen zu sprechen. Neben einer zürnenden Geliebten gehn, wie so quälend und doch wie so angenehm!

Beide wandelten, versunken in bangen Gefühlen der Liebe, schweigend durch die hin und wieder vom Mondschein durchbrochne Dämmerung der Alleen; beide schmachteten so lange nach diesem Augenblik, und izt entfloh er ungenüzt; beide wünschten sich ihrer Seele Geheimnisse zu entfalten und vermogten es kaum ein schaales Wetter Gespräch anzuknüpfen.

Louise. (leisen Tones) Ich hätte Recht auf Sie zu zürnen — aber — izt, glaub ich gar, sind Sie mir böse?

Graf. (ängstlich stotternd) Ich Ew. Durchlaucht böse sein?

Louise. Warum gehn Sie so stumm neben mir?

Graf. Ich weis nicht, ob ich darf — —

Louise. Weswegen nicht? — — Nicht wahr, es ist ein göttlicher Abend?

Graf. Ein göttlicher Abend! — es ist angenehm so in der Stille dieser einsamen Schlosgegend seinen Gedanken einen freiern Flug zu erlauben; sich aus einer Welt, die doch manches, — manches Bittre in sich faßt, mit Adlers-Flügeln emporzuheben und seine Seele in glüklichen Träumen zu erquikken.

Louise. Verzeihn Sie also, wenn ich Sie unschuldiger Weise darin störte. Ich weis es, es ist süs allein zu schwärmen, aber gesellschaftlich mit einer harmonirenden Seele diese geistigen Ausflüge zu wagen, ist zehnfach süsser. Ich bedaure Sie, Graf, daß Ihnen heut die Gesellschafterin fehlt, wohl gar durch mich.

Graf. Mir fehlt, und durch Sie? Ich bitte um Verzeihung, sie hat mir nie gefehlt und heut just am wenigsten.