Florentin fand sich durch Morizens Gnade geehrt, er suchte mit warmen Herzen der Huld dieses Prinzen werth zu werden; ja, er verweigerte es sogar nicht, um Morizen ganz gefällig zu leben, sich unterweilen mit demselben ein Räuschchen zu trinken.

Moriz hatte nicht umsonst diese auffallende Metamorphose mit sich vorgenommen, war nicht umsonst wider seine Natur zuvorkommend, schmeichelnd gegen den Grafen geworden; er suchte gewisse Absichten durchzusezzen, welche noch jedermann unbekannt waren; suchte besonders bei einem Saufgelage vors erste Florentinen um gewisse Geheimnisse zu bringen, um welche nur dieser allein und die Prinzeßin Louise wußten.

Das lezte schlug fehl. Florentins Weinrausch war zänkisch und verwegenartig; Der Prinz mußte demnach andre Mittel ersinnen den schönen Nebenbuhler sich durch sich selbst verrathen zu machen. Eine fürchterliche Gefahr schwebte über Duurs Haupt; er sah sie nicht, sondern taumelte aus einem Arm der Freude in den andern.

Sein guter Dämon zeigte sich ihm abermahls; er warnte und warnte zum andernmahle vergebens.

Florentin ging nämlich eines Abends aus dem Schauspielhause nach seiner Wohnung zurük, als ihm in einer schmalen, menschenleeren Gasse ein Kerl in den Weg trat.

„Sind Sie der Graf von Duur?“

Ich bins. Was ists?

„Im Namen des bekannten Ludwig Holder diesen Zettel an Sie.“

Florentin nahm das Papier und in dem Augenblik war der Ueberbringer verschwunden.

Der Graf stand bestürzt da, das Billet unbeweglich in der Hand haltend. Der Name Holders betäubte ihn mit Freude und Schrek; er wollte den Briefträger zurükrufen, dieser aber war schon längst entwischt.