Von einer solchen Wanderung kam Florentin an einem Abend zu Hause, als ihm gleich beim Eintritt der alte Badner ein Billet entgegen brachte. Florentin erbrachs, erkannte die Federzüge der Unbekannten, und schauderte.
Graf!
Ihr habt dem Lande wohlgethan, daß Ihr die Fesseln zerbrachet, welche der Afterglaube für den freigebornen Geist der Menschen schmiedete, wir danken Euch dafür im Namen Holders, im Namen unsrer und im Namen der Einwohner dieses Herzogthums. — Aber wie stehts mit der Prinzessin? warum verseltnern sich eure Besuche bei ihr? warum erscheint sie nicht mehr so oft am Hofe öffentlich? — Ahndet Ihr nichts? — Sie sieht bleich, ihre Gesundheit ist nicht mehr die vorige; ihre Lebhaftigkeit ist verloren gegangen, und — — — Graf! Graf! was habt Ihr angerichtet? sehet Euch vor, wir rathen Euch, im Namen des wohlbekannten Ludwig Holder!
Der Graf stürzte entnervt auf ein Ruhebette, eine fürchterliche Ahndung umflog ihn. „Gott, Gott!“ rief er beklommen aus: „sie ist — sie ist“ — —
Badner trat mit der treuherzigsten Miene zu ihm, und stieß seine gewöhnlichen Töne: „Ho! ho! ho!“ hervor.
„Heda, Kerl!“ rief der Graf, und faßte den alten, erschroknen Mann vor die Brust? „Wer war der Ueberbringer dieses verdammten Blattes?“
Badner. (den Kopf schüttelnd und die Hände auseinander werfend) Ho!
Florentin. Sag mir, hast Du’s gelesen, weißt Du den Inhalt? gesteh’s nur!
Badner. (verneinend und auf das Siegel deutend.) Ho! ho!
Florentin. Kennst Du den Briefträger?