Prinzessin. Erschrekken Sie nicht; erwarten Sie alles mit gefaßter, männlichen Entschlossenheit, was Ihnen und mir auch begegnen mögte.

Florentin. (einen Schritt näher tretend) Um Gotteswillen. Theure, wozu diese Vorbereitung?

Prinzessin. Leider daß man Sie vorbereiten mus!

Florentin. Verrätherei unsrer Liebe? — o, hätten Sie mir gesagt, daß ich in der folgenden Minute des unfehlbaren Todes wäre, es hätte mich nicht erschüttert.

Prinzessin. Unsre Liebe wird verrathen werden, ich sage ja: wird; noch ist sie es nicht.

Florentin. Wird? o, gnädigste Prinzessin, sagen Sie mirs, durch wen? durch wen? — ich bitte Sie um Gottes, um ihrer zeitlichen Wohlfahrt, um alles Heiligen willen, durch wen?

Prinzessin. (die ihr Gesicht verhüllt.) Oh!

Florentin. Durch wen? ich flehe; nur um des verhaßten Namens erste Silbe flehe ich; und bei dem grossen, furchtbaren Gott, bei dem ewigen Geheimnis unsrer Liebe beschwöre ichs, ich bringe den Verräther um. — Sie wollen nicht? wollen sich unglüklich machen, und mich? —

Prinzessin. (weinend) Verlassen Sie mich.

Florentin. Nein, ich ruhe nicht, bevor ich den Verräther entdekt habe. Sie schweigen noch? o, Louise, gedenke jener seeligen Nächte, und bei diesen sei beschworen: wer will —