O des Schiksals Eisenhand

Schlang um uns dies Zauberband!

Liebe heilet nur die Wunden

Meines Herzens wieder zu,

Gieb mir, was du mir entwunden,

Gieb mir die verlorne Ruh’:

Liebe, Theurer, liebe mich,

Gott erschuf mich ja für dich! —

Florentins seltsame Verwirrung läßt sich unmöglich beschreiben. Ihm wars, als lebte er in jenen Zeiten des Schäferlebens, wo eine schüchterne Grazie einsam fantasirend dem Echo und den Winden ihre unglükliche Liebe entgegenklagte, oder in jenem romantischen Zeitalter, welches Wieland mit so unnachahmlichen Schönheiten ausschmükte, wo ein schmachtendes Mädchen in ihrem bezauberten Thurm dem abwesenden Geliebten Liebe bekennt, die sie ihm in seiner Anwesenheit läugnet.

Dem Grafen war die Stimme der schwermüthigen Sängerin nicht unbekannt, nur daß er des Liedes Inhalt eher von einer liebenden Nonne, als — einer fürstlichen Mätresse erwartet hätte. So unwillkommen ihm diese Ueberraschung war, mußte er sich dennoch der Etikette unterwerfen, sich wiederum in den täuschenden Mantel der Verstellung vermummen und — Rosaffen aufsuchen.