Florentin. Und allenthalben Stoff zu neuen Leiden.

Holder. Mensch, wer bist du geworden? Bist du noch Florentin von Duur, er der ehmals versprach, jeder Gefahr lachend ins Auge zu sehn? Bist du der Thatensüchtige Jüngling, der für das Wohl der Menschen sein Wohl opfern wollte?

Florentin. (verdrüslich) Was willst du?

Holder. Was ich will? — Erforschen will ich, wer du jezt bist? — erforschen, ob ich mich schändlich in dir betrog? — erforschen, ob du auch der erhabne Mann im Unglükke bist der du im Glükke warst?

Florentin. (wie oben) Wozu das?

Holder. Um danach meine Freundschaft abzumessen? Große Menschen bedürfen unsrer größten Freundschaft, kleine Seelen mögen sich mit einem Lächeln, einem Händedruk, einem Kus begnügen.

Florentin. (ihn um den Hals fallend) O Bruder!

Holder. Laß uns nach Sorbenburg zurükkehren.

Florentin. Nein, noch nicht. Bleib noch! — ein Viertelstündchen muß ich mit dir allein sein!

Holder. Man wird sehnsuchtsvoll auf uns warten.