Alle. Feinde.
Florentin. Befehlt, daß man in der Gegend des Herzoglichen Schlosses laut aussprenge, auf dem Dominikusplaz werde ein herzogliches Regiment in die Pfanne gehauen; ruft Hülfe, lokt einen Theil der Wachen des Herzogs vom Schlosse ab, sodann folgt mir nach; schleppt einige Kanonen herbei, die uns durch die zurükgelaßnen Wachen einen Weg bahnen, und dringt dann mit mir ins Schloß. Piedro muß unser sein. Auf, folgt mir.
Er sprachs.
Schon schwankten die Haufen der zurükgeschlagnen Bürger; schon scholl durch Kanellas Straßen das wilde, jauchzende: „Piedro lebe!“ schon strömte Bürgerblut, und erlosch das Feuer der Freiheitssucht in ihm; schon verzweifelten Mann und Weib den Morgen in einem republikanischen Staat zu begrüssen — als Fiorentino erschien, und sein Hervortreten den Tumult erneuerte, und seine Gegenwart neue Raserei verbreitete.
Es stürmte von den Thürmen, es stürmte durch die Straßen. Allenthalben Mord und Flucht und Sieg. Die Freiheitskämpfer griffen abermals an; laut hallte der Kanonen-Donner; Prinz Morizens Palais gerieth in Flammen. Benedettens Schloß loderte ebenfalls auf; — mit jeder Minute wurde das nächtliche Spiel fürchterlicher.
Plözlich scholls: „Hülfe! Hülfe! getreue Kanelleser hin zum Dominikusplaz! die Rebellen schlagen des Herzogs Regiment!“ — Ein Donnerschlag in den Ohren der Herzoglichen. Alles stürzte verwirrt zum Dominikusplaz; halb verlassen stand Piedros Burg.
Und jach flog Florentin an der Spizze der schwarzen Helden hervor aus dem Hinterhalte; zahllose Kanelleser umringten das Schloß; die Wachen strekten das Gewehr — die Pforten des Pallasts wurden gesprengt; der Graf mit funfzig Schwarzen durchsuchten das Gebäude und zogen den Herzog, mehr einem Todten als Lebenden ähnelnd aus seinem Schlupfwinkel hervor.
Piedro schlug die Augen auf. Beim Schimmer brennender Fakkeln erkannte er unter den ihn umgebenden Männern den Grafen.
Piedro. (zitternd — athemlos) Graf Fiorentino.