Dulli. Ah, ich liege ja vor keinen Despoten — ich verehre den größten Menschen meiner Zeit! — Laßt mich so liegen; Dulli dankt dem Erlöser seines Vaterlandes! (eine Thräne tröpfelt aus seinen großen, emporgewandten Augen.)
Florentin. Du bist ein sonderbares Geschöpf; so rauh, und so weich! — Steh auf!
Dulli. Nein, nein, beim heilgen Petrus, nein, noch kann ichs nicht! — O laßt mich so, so ist mirs wohl! — Wenn ich nichts mehr sagen, nicht mehr danken kann, dann will ich aufstehn, dann führ ich Euch zu einem andern guten Freund.
Florentin. (neigt sich innig bewegt zu ihm herab, und küßt, ihn) Ich bin dir gut!
Dulli. O, das ist auch mein schönster Lohn; nach ihm hab ich geschmachtet. Ich sah Euch nur in der Nacht kämpfen; den ganzen Tag erwartete ich Euch vergebens. Wohl schlich ich von Stunde zu Stunde um das herzogliche Schloß Euch zu erblikken — aber ich sah Euch nicht. Und nun — nun bin ich glüklich, Ihr habt den armen Dulli geküßt. Und (indem er vorn das Wams aufreißt) seht hier meine Wunden! eins, zwei, drei, — fünf Wunden — und ein Kuß von Euch läßt mir ihren Schmerz nicht fühlbar werden. — (er steht auf.)
Florentin. Ist unser alter Badner auch daheim?
Dulli. Er ists. Er ist der gute Freund, zu dem ich Euch noch führen wollte.
Florentin. Ich bedarf der Ruhe; laß Badnern zu mir in mein Zimmer kommen;
Dulli. Nein, das kann der gute alte Mann nicht. Ihr müßt nun wohl zu ihm gehn.
Florentins Mienen schilderten seine Verwunderung über Dulli’s Worte; er gieng, wohin ihn Dulli führte; sein Herz weissagte nichts Angenehmes.