Holder. Ich habe jede Vorkehrung getroffen, daß wir, ohne Unordnungen zu erregen, aus den jetzigen Verhältnissen heraustreten dürfen. Wir reisen nun nach den Alpen.
Holder hielt Wort. Nach Verlauf weniger Monate standen sie schon beide, mit dem kleinen Karl, in einer der grausenvollsten, abgelegensten, unbekanntesten Höhlen des Alpengebürges.
Ein heimliches Schaudern schüttelte allen die Haut. Holder zündete Licht an, welches durch seinen matten Schimmer diesen unterirdischen Aufenthalt nur noch fürchterlicher machte. Sie suchten sich, jeder besonders, ihre künftige Ruhestätt aus; dann langte der Obere des schwarzen Bundes eine Flasche hervor, gefüllt mit einem unbekannten Getränk. Er goß davon eine silberne Schaale voll und trank sie rein aus. Er füllte die Schaale zum andernmahle, und bot sie dem Grafen. Der Graf schauderte und trank. Zum drittenmahle floß das Getränk in den Silberbecher, und Karlchen, ohne die seltsamen Wirkungen zu beahnden leerte das Gefäß.
„Jezt ists vollbracht!“ rief Ludwig Holder aus: „jezt ists vollbracht! leb wohl für diesmahl, Welt, nach fünf Jahrhunderten sehe ich dein Licht wieder!“
Sie umarmtem sich. Das brennende Licht verlöschte plötzlich. Alle sanken aufgelößt um.
„Herr Gott, erbarm dich unser!“ schrie der Graf.
„Vater! Vater!“ lallte das Kind.
Und sie entschliefen! — — —
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