Der Greis. (lächelnd) Mehr nicht?
Florentin. (staunend) Ich befürchtete, um eine Unmöglichkeit gebeten zu haben.
Der Greis. Ihr habt jezt, weil Ihr von allen andern Verbindungen durch Eure Landesverweisung abgerissen seid, für den Orden, in Sachen der menschlichen Freiheit, eine ansehnliche, baldige Reise vor Euch. Diese läßt sich unmöglich aufschieben — aber auch in fremden, ziemlich entfernten Landen soll Euch Euer Wunsch gewährt werden.
Florentin. Wann — wann soll ich die Prinzessin Louise sehn?
Der Greis. Dann, Vinzenz, wann Euch Erquikkung nach der Arbeit noth ist. — Dies könnte wohl bald geschehn!
Florentin. In einem entlegnen Lande die Prinzeßin wiederfinden? Ist das möglich?
Der Greis. (ihm die Hand drükkend) Vertrauet uns!
Einige der Schwarzen. Der Morgen graut! laßt uns zum Ziele eilen!
Der Greis nahm sogleich seinen Thronsessel von neuem ein; die schwarzen Brüder stellten sich um denselben schweigend hin und der Redner führte abermals den Grafen vor den Greis und die Versammlung.
„Laut Nachrichten, die wir von dem Obern empfangen,“ begann der Redner: „beläuft sich die Zahl der schwarzen Brüder in Kanella nicht hoch. Es sind ihrer nur zehn; seit dem Tode Borsellinos noch neun. Die Zahl derselben muß vermehrt, und Kanellas despotische Regierungsform umgeschmolzen werden. Die Bürger Kanellas bedürfen eines Anführers, um frei zu werden, loszuschütteln die angelegten Ketten, zu zerschmettern den Thron, um welchen die Elenden, als Sklaven kriechen. — Vinzenz, wir haben Euch geprüft! Ihr seid zum Befreier Kanellas berufen?“