Badner. (sich hinter den Ohren krauend) Wenns nur im heiligen deutschen Reiche wäre — aber, meiner Sixt, die Kanelleser sind heuer gar nicht aufgelegt, einem das Leben angenehm zu machen.
Florentin. Zwingen will ich dich nicht, mir zu folgen. Willst du bleiben im Vaterlande, so widerstehe ich dir nicht, ich bezahle dir meine Schuld, gebe dir Empfehlungen, so viel ich geben kann, und scheide von dir, als Freund.
Badner. (bieder) Nein, gnädiger Herr, ich folge; und wenn sie zu den Hottentotten gingen, ich folgte. Verlassen will und kann ich Sie nicht. — Wollen Sie mich behalten?
Florentin. Eine unnöthige Frage, lieber Badner!
Badner. Na, so bin ich der Ihrige mit Seel und Leib bis an mein seelges Ende. Ich gehe in Gottes Namen mit Ihnen aus Deutschland, — zurükbringen werden Sie mich wohl nicht wieder.
Florentin. Frag Gottholden, ob er Lust hat nach Kanella zu gehn, weigert er sich, so zahle ihm seinen vollen Lohn aus.
Badner. O, der bleibt bei uns! — na, allons, eingepakt, ’s geht risch nach Kanella!
Der Alte entfernte sich froh gelaunt; Florentin erbrach das Paket, welches er in der nächtlichen Versammlung der schwarzen Brüder empfangen hatte und las mit Begierde alles darin, was lesbar hies.
Was für uns beinahe nicht weniger Interesse darunter haben könnte, als für Florentin, theile ich mit. Erstlich ein Empfehlungsschreiben Sr. Herzogl. Durchlaucht, Adolfs, an den Hof zu Kanella. Dies hatten die schwarzen Brüder vom Herzog Adolf für den Grafen von Duur ausgewirkt. Florentin verwunderte sich bas ob dieser Erscheinung, denn dies schien offenbar zu verrathen, daß auch sein ehmaliger fürstlicher Freund unter die fürchterliche Anzahl der schwarzen Brüder gehöre. Und überdies war es an sich nichts Unmögliches, weil Adolfs politisches Interesse durch eine solche Verbindung schlechterdings Nuzzen gewann. Und warum hätten die Schwarzen nicht einen so guten Fürsten unter sich aufnehmen sollen, und können, da sie hier eine wichtige Stüzze erhielten, und es nicht grössere Mühe kostet einen Fürsten in ein gewisses Interesse zu verspinnen, als einen andern Menschen? Kurz, es war ungemein wahrscheinlich! — Das Empfehlungsschreiben mußte zu seiner Zeit die gewünschte Wirkung hervorbringen, um so mehr, da Adolf mit dem Geblüte Piedros weitläuftig verwandt war.
Ich könnte hier noch die besondern Instrukzionen des Ordens erwähnen, oder der Wechselbriefe, welche Florentinen im Fall der Noth zum Herrn ansehnlicher Summen machen konnten; aber ich schlüpfe über das alles stillschweigend hin, weil die Folgen der Instrukzion und Wechsel vielleicht künftig sichtbar werden werden, und gehe zu einem Briefe über, den Freund Holder aus Sorbenburg geschrieben, und mit zwei Miniaturgemälden, Holdern und Louisen vorstellend, beschwert.