Florentin. Sei ruhig, Badner, lacht nicht Gottes Sonne allenthalben schön? — Sieh doch hinaus, wie prachtvoll sich jene Gegenden vor uns hinlagern, jene Gegenden, in denen wir bald heimisch sein werden! Sieh dort die niedlichen Berggruppen, die schwarzen, buschreichen Thäler, und droben über den kühn himmelangethürmten Felsen das rothflammende Wolkengebürge schweben.
Badner. Ach, gnädiger Herr, ich bitte Sie, sehn Sie doch hinter sich die Straße hinab, welche wir daherzogen — das ist noch deutsches Land!
Florentin. Eine traurige, weitläuftige, die Augen ermüdende Ebne, sandigt und dürr — nirgends ein Wäldchen, nirgends ein Hügel, nirgends — —
Badner. Ja, ja, Sie haben recht! aber, dort hinten ragt ein einsames Gesträuch hervor, und da muß sichs doch schön drunter ruhen lassen; bei Gott, schöner als in jenen fremden, buschigten Thälern. Der angenehme deutsche Strauch würde mir angenehmere Kühlung verleihen, es würde mir drunter sein, wenn der Wind durch ihn spielte, als spräche er zu mir: ruh aus alter Badner, du bist ein Sohn meines Landes, schläfst hier sicher! — bei Gott, so würde mirs sein.
Florentin. Wir werden wieder heimkehren ins Vaterland.
Badner. Werden! — und wann?
Florentin. Zu seiner Zeit.
Badner. Zu seiner Zeit! (ernstvoll) zu seiner Zeit!
Indem sie noch mit einander dies und das plauderten, und sie einander ihre Seelen unwillkürlich trüber stimmten, wurden sie gewahr, daß Gotthold mit einem fremden Manne sprach. Sie sahen, daß Gotthold nach ihrem Felsen herauf zeigte, daß er heftig mit den Händen gestikulirte, drohte und mit dem Fremden in einem unangenehmen Wortwechsel verwikkelt sein müsse.
Jach sprangen Florentin und Badner auf; so eilend, als möglich stiegen sie hinab, nun flogen sie hin zu ihrem Reisegefährten.