Siebentes Kapitel.
Florentin in Kanella.
Der Abend war schön, die Landschaft begeisternd unterm Rosenscheine, — Florentins Seele hochgestimmt zu lieblichen Empfindungen; darum blieb er lange bis in die sinkende Nacht mit dem sonderbaren Dulli vor dessen Hütte sizzen.
Ihr Gespräch bezielte vornämlich die ewigen Unordnungen in Kanella; Florentin suchte vom Dulli den Geist der Kanelleser zu studieren; er lies sich Adel und Volk durch einzelne Anekdoten karakterisiren, und erfuhr aus alle dem so viel, daß jenen Unglüklichen, welche vom Druk einer ganzen Reihe Despoten schier zu allem Großen entnervt waren, nur ein schlauer, kalter Wagehals mangelte, um die Ketten zu sprengen, das Joch abzuwerfen, den Tyrannen zu stürzen.
Florentin. Dulli, begleite mich dahin.
Dulli. (ihn angaffend) Nach Kanella?
Florentin. Nach Kanella.
Dulli. Mag ich nicht. Habt Ihr denn noch nicht genug gehört, um Abscheu wider Kanella zu fassen?
Florentin. Nein, ich bin nur doppelt gereizt dahin zu eilen.
Dulli. Bei Gott, das versteh’ ich nicht.
Florentin. Kehr’ in meinem Gefolge nach deiner Vaterstadt zurük.