Gianetta. (kalt) Geh!
Enriko. (weich) Du liebst mich nicht? — (sie schweigen beide, — nach einer Pause) Sieh mich nur noch einmahl an, dann will ich gern gehn! (abermahliges Stillschweigen unter beiden) Liebst du mich nicht schönes Mädchen? — soll ich dich verlassen, Gianetta?
Gianetta. (ein Seufzer hebt ihren Busen. — Sie sieht den Bittenden an und spricht langsam, mit zitternder Stimme, zu ihm) Wohin willst du gehn?
Enriko. Von dir hinweg. Will die Nacht durch Stadt und Feld umherschweifen — ich muß mich zerstreuen — ich kann nicht schlafen.
Gianetta. (ihm die Hand drükkend) Ich bin dir gut.
Enriko. Ach, schöne Gianetta, wäre das wahr?
Gianetta. Gewis, lieber Enriko.
Enriko. (sich niederwerfend vor ihr und ihre Knien umschlingend) O, sags mir — sag’s mir noch einmahl, daß du mir gut bist!
Gianetta. (schmeichelnd den Arm um seinen Hals legend) Lieber Enriko.
Enriko. (sein glühendes Gesicht in ihr Gewand verbergend) Gott, mein Gott!