Gianetta. Empfindsamer Junge, bist du allenthalben so? Ich liebe diesen Ton und diesen Karakter — ich mögte dich darum küssen! — Steh doch auf.

Enriko. (sezt sich neben ihr nieder, schmiegt sich dicht an sie) Gianetta!

Gianetta. (ernsthaft) Wie gehts dem Sekretair Flimmer?

Enriko. O, des abscheulichen Bösewichts, ihm wirds nie wohlergehen!

Gianetta. Warum sagst du nicht: soll’s nie wohlergehn? das klingt doch männlicher, und giebt dir wenigstens den Schein, als würdest du dich wider ihn zum Rächer deiner unglüklichen Eltern aufwerfen.

Enriko. Ja, kann ich damit deine Huld erwerben, siehe, so erschlag ich ihm auf öffentlichem Marke, und den Moriz dazu und selbst den verdammten Piedro, wenn du willst.

Gianetta. (lächelnd) Fürchterlicher Herkules!

Enriko. Du spottest?

Gianetta. Ich bezweifle deine Tollkühnheit nicht — aber gewis, du würdest das Opfer für Kanellas Wohl werden, würdest — nein, eher billige ich in Aufruhr und Verschwörungen! —

Enriko. Wohlan denn, die Zahl meiner Freunde ist gros — Verschwörung und Rebellion! — Gianetta, wünsche nur den leisesten Wunsch und ich weihe mein Leben dir und der Freiheit. In einigen Monaten ist der Staat umgestürzt, oder — ich ruhe neben meiner Mutter!