Gianetta. (schwärmerisch) Und ruhst du neben deiner guten Mutter, Enriko, dann folg’ ich dir! Enriko dann siehst du mich droben wieder, wo wir nicht schmachten dürfen in Armuth, nicht zittern dürfen vor Piedros Einfällen!
Enriko. (mit aufgewandten freudeglänzenden Augen) Gianetta, du willst?
Gianetta. Sei vorsichtig!
Enriko. Die Hand der Vorsehung führe mich!
Gianetta. Der Tag, an welchen Kanellas Volk seine wieder eroberte Freiheit feiert, feiern wir unsre Vermählung! — (nimmt ihn in ihre Arme) Da, nimm bis dahin den lezten Kuß! Stirbst du, Enriko, — mein Enriko, so sterb’ ich mit dir! —
(beide umarmen sich — schweigen lange)
Enriko. (sich loswindend) Ade, Gianetta, ade! doch, gieb mit ein Zeichen, bei dessen Anblik ich stets dieses heiligen Abends eingedenk sei. Nenn’ es — sieh umher — wär es auch nur die Dachspizze deines väterlichen Hauses.
Gianetta. (scherzhaften Tones) Gern hätt ich dir mich selber genannt, — aber du sollst mich von nun an selten, oder gar nicht sehen! — Wohl — die Dachspizze!
Enriko. Ade, schöne Gianetta! —
Der Jüngling flog davon. Das Mädchen sah ihm lange nach, entfernte sich dann. Florentin und Dulli kehrten schweigend um und begaben sich nach Hause.