„Nun, lieber Graf! das gefällt mir; Ihr vergeßt mich doch nicht unter so vielen andern, die von Euch nicht vergessen sein wollen! Sezt Euch neben mir nieder und seid vertraulich, wie mit Eurem Busenfreunde.“

Florentin. (höflich) Ew. Hoheit machen mich stolz. — Doch wer würde sich solcher Gnade und einer solchen Busenfreundschaft weigern?

Moriz. Na, ich denks auch. Sezt Euch doch. Ich hasse die steife, vermaledeiete Etikette unter vier Augen. Dort stehn dreierlei Sorten des kostbarsten Weines — wählt! — sezt Euch her und trinkt!

Florentin. (gehorchend) Ihr überhäuft mich mit Gnadenbezeugungen, gnädigster Fürst.

Moriz. Nicht doch. Hört, Ihr habt des Herzogs Beifall, und da könnt’ Ihr des meinigen leicht vergessen.

Florentin. (mit einem Blik voller Sprache) Prinz — Ihr fühlt Euern Werth, wisset, wer im Lande dominirt — und das macht Euch so sprechen!

Moriz. (füllt die Gläser) Ha, ha, ha! Schelm! (er klingelt. Ein Lakai tritt herein, zu welchem er sagt) Ich befinde mich nicht wohl — bin in einigen Stunden nicht zu sprechen — selbst wenn Sr. Eminenz der Kardinal, — oder des Herzogs Durchlaucht schikt. (der Lakai entfernt sich) Nun, Fiorentino, wir sind ungestört. Eure Miene schien mir so etwas zu weissagen — laßt uns plaudern.

Florentin. Ich bringe Euch dazu einen wichtigen Stoff.

Moriz. Nun?

Florentin. Es herrschen furchtbare Gährungen im Volk.