Die
schwarzen Brüder.
Eine abentheuerliche Geschichte
von
M. J. R.
Drittes und leztes Bändchen.
Leipzig und Frankfurt an der Oder,
bei Christian Ludw. Friedr. Apitz. 1795.
An
Wilhelm Burgheim.
Lieber,
Man las weiland so gern die wundervollen Märchen des Orients, und konnte sich nicht müde hören an den Plaudereien der schwatzhaften Scheherazade. — Aladins magische Lampe und seine ebentheuerliche Bewerbung um die schöne Prinzessin Badrulbudur entzückten mich, als Knaben, und, ich läugne es nicht, behagen mir in mancher Stunde noch izt.
Statt des orientalischen Märchens schrieb ich ein deutsches; statt der Zauberer und Elfen, an deren Existenz in Deutschland der Glaube selten geworden ist, erwählt’ ich den geheimen Bund einer ausgebreiteten Gesellschaft, und wo mir der Wunder noch nicht genug waren, schuf ich neue.
Ich schrieb dies Märchen in einer Periode meines Lebens, worin sich die üppige Phantasie noch nicht vor dem Gesetz der Kunsttheorien beugt, sondern gern, und darum oft, aus dem Lande des Wahrscheinlichen in die Labyrinthe des Wunderbaren hinübereilt. Ich kannte kein Gesetz und keine Sitte, sondern nur die Inspirationen meiner eigensinnigen Laune. Ich schrieb, und gewiß mehr zu meinem, als anderer Vergnügen. Es sollte Probearbeit seyn, meinen Pinsel zu prüfen, meiner Hand Festigkeit zu geben in der poetischen Zeichnung, und mich in den Farbenmischungen zu üben.