Der Bund ward mit Küssen und Händedrücken wechselseitig bestätigt — der alte Graf sezte sich zu seiner reizenden Nichte — die Gondel flog auf und ruderte langsam und majestätisch durch die Luft hin, wie ein Schwan in den Wellen.
So riß sich einer nach dem andern von Gobby los. Der Commendant und Rosalia mit ihrer Freundin, Josselin und Duur waren in einigen Stunden wieder in der alten Heimath.
„Wie behagte Ihnen die kleine Spazierfahrt?“ fragte der biedre Commendant den träumenden Duur.
„Sie war reicher an Intresse, als das ganze Leben manches Menschen!“ erwiederte der Träumer, nicht um seine Meinung, sondern um eine Antwort zu geben.
Viertes Kapitel.
Sie reisen zur Hochzeit.
Duur war niedergeschlagen und so mißvergnügt, nach seiner Heimkunft, daß er keine kleine Lust hatte, sich in den Salomonismus einweihen zu lassen.
Er verließ ungern sein Zimmer; floh alle Gesellschaften, so sehr es thunlich war; nachtwandelte in seinem Zimmer, träumte, schwärmte, seufzte, klagte und zankte mit dem Schicksal, wie es seit dem achtzehnten Jahrhundert noch immer die Sitte der unglücklichen Liebhaber war.
Josselin hingegen schien seinen Trübsinn zu verlieren und seinen Vorsatz ausführen zu wollen, in Zukunft sich ganz dem schönen Spiel der Sinnlichkeit zu überlassen. — Rosalia war ein reizendes Mädchen; das wußte Josselin, er wußte auch noch mehr, daß er — von ihr geliebt wurde.
Es dauerte nicht lange: so kam es zwischen ihm und ihr zu umständlichen Erklärungen; der alte brave Silberot hatte gegen diese Erklärungen keine Sylbe einzuwenden, und — eh mans sich versah, hieß Josselin des braven Commendanten Schwiegersohn.
Florentin wünschte seinem Freunde Glück — mit schwerem, traurigen Herzen wünschte er Glück, freuen konnt’ er sich nicht.