„Willkommen!“ rief der ehrwürdige Graf von Gabonne indem er unserm Betrübten entgegenwankte, und ihn mit Jünglingskraft an seine Brust drückte. „Fast verzweifelten wir an Ihrer Heimkunft; aber — so ists recht! — nun ist die Reihe an uns, Ihre Liebe zu vergelten. Was Wetter — mir ists, als hätten Sie eine Thräne in den Augen. — Was will der ungebetne Gast in diesen Wohnungen der Freude? Weg mit ihm, wenn Freude nicht seine Mutter heißt!“

„Gewiß heißt Freude seine Mutter — ich bin ja wieder unter den Meinigen; ich sehe ja meine Lieblinge in der Welt alle wieder beisammen, und Sie an der Spitze derselben!“

„Seyn Sie uns gegrüßt, Wandersmann!“ jauchzte der wackre Commendant Silberot, und schüttelte Florentinem herzlich die Hand: „haben Sie sich endlich müde geschwärmt? — Nach der Arbeit ist die Ruhe süß! — Ich will nun auch ruhn, von meiner Arbeit. Mein Haar ist weiß worden; meine Kräfte erlahmen. — Wie gefällt Ihnen hier die Gegend?“

„Sie ist romantisch!“ antwortete Florentin.

„O, da sollten Sie sie nur erst näher kennen lernen. Ein irrdisches Paradies blüht hier. Da sind Wälder, Felsen, Thäler, Seen, Wiesen, Bäche in einer prächtigen Mischung durcheinander geworfen, daß es eine Lust ist, anzuschaun; und nun, wissen Sie was neues? Hier werd’ ich mir eine Hütte baun, und mich ansiedeln, und wohnen darin mein Lebelang. Commendant bin ich nicht mehr!“

„Ich wünsche Glück!“ lächelte Duur.

„Ihm nicht allein!“ unterbrach ihn der sanfte Gobby. „Mein Wohnhaus lehnt sich dicht an meines Silberots Hütte. Ich wohne mit ihm hier, bis er mit meiner Asche eine Urne füllt. Willkommen indessen, Herr Revolutionair, haben Sie nicht auch Kanella besucht, um die Eitelkeit des menschlichen Dichtens und Trachtens zu bejammern?“

„Nein, nimmermehr wär ich dahin gegangen! Es ist ja nichts mehr daran gelegen, ob die Staaten einen Freiheitshut, oder eine Fürstenkrone im Wapen führen; die Bürger dieser Welt sind von den Tändeleien längst zurückgekommen, und ich mit ihnen!“ sagte Florentin, und schloß den liebenswürdigen Greis in seinen Arm.

Indem er ihn küßte, hatten sich die Damen allmählig rings umher versammelt. Eine derselben hielt ihm die Augen zu. Errathen sollt’ er ihren Namen, er rieth her und hin und errieth ihren Namen nicht. — Sie ließ los.

„Ach, Gott, Idalla! Idalla!“ rief Florentin mit lebhafter Freude, und drückte das liebe Weib an sein Herz, als wär es seine Schwester.