Florentin wollte der Holdseligen eine Antwort geben, aber Imada winkte; Idalla und Rosalia ketteten sich an seine Arme und führten ihn, als einen Staatsverbrecher, mit muthwilligem Ernste davon.

Sie führten ihn hinab zum Verhör; eine hohe Thür sprang vor ihnen auf; Florentin stand in einem großen Säulensaal, voll königlicher Pracht. In der Ferne ein Altar, mit brennenden Kerzen; von beiden Seiten eine zahlreiche Versammlung.

Freundlich begrüßte sich unter einander die Menge, aber bald trat die vorige, feierliche Stille wieder ein.

Der Graf von Gabonne trat lächelnd in die Mitte der Versammlung, kündigte nochmals die Vermählung Rosaliens und Imada’s an, sprach darauf von Florentins frevelhaften Beginnen, in der Nacht zu entfliehn, und kündigte ihm im Namen der Gesellschaft, im Fall er Besserung geloben wolle, Erlassung der schweren, wohlverdienten Strafe an.

„Aber,“ fuhr der liebe Greis in seinem feierlichen Sermon fort: „aber da wir, die wir hier um Dich, Flüchtling, versammelt stehn, wir Gabonne, Gobby und Silberot, Josselin und Rosalia, Holder und Idalla beschlossen haben, in dem romantischen Reviere Mont-Rousseaus fernerhin zu wohnen, gemeinsam uns einträchtig, bis der Tod das Band unsrer Gesellschaft auflösen wird, — da wir befürchten müssen, daß Du Deine Versuche zur Flucht erneuern möchtest; so diktiren wir Dir hiemit eine ewige Gefangenschaft!“

„Um selbst sichrer zu seyn, vertrauen wir Dich ganz besonders der Wachsamkeit unsrer Imada an, und binde ich Dich durch dieses Wort auf ewig an sie!“

Florentin horchte, und traute seinen Sinnen nicht. Er war am Ziele, mit welchem man ihn überraschte, da er sich am fernsten von ihm glaubte. Er hörte nichts, er fühlte nichts mehr. Sprachlos sank er in Gabonnens und Imadas Arm; träumend stand er mit Imada, an Josselins und Rosaliens Seite vor dem Altar, und empfing er den Segen des Greises Gabonne.

„So, Vinzenz!“ rief Gobby lächelnd: „lohnen Dich die schwarzen Brüder!“

Betäubt, entnervt vom gewaltsamen Gefühl seines unaussprechlichen Glücks sank er in Holders offnen Arm. Imada küßte ihn als Weib, und Josselin rief: „Segen über diesen Augenblick! so wollen wir gründen die Colonie der Glücklichen!“

Fünftes Kapitel.
Epilog an die Leser.